Liegenschaftszinssatz

Das Ertragswertverfahren stellt auf die künftigen Erträge aus dem Grundstück ab. Während Gebäude eine begrenzte wirtschaftliche Nutzungsdauer besitzen, ist der Boden praktisch unbegrenzt nutzbar. Das bedeutet, dass der Bodenwert getrennt vom Wert der baulichen Anlagen zu ermitteln ist. Der Reinertrag des Objekts beinhaltet allerdings sowohl den Wert der baulichen Anlagen, als auch den Wert des Bodens. Der Bodenwert muss nun mit einem marktüblichen, grundstücksartbezogenen Liegenschaftszinssatz verzinst werden. Das heißt, man berechnet hier die künftigen Erträge des Bodens bezogen auf die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der baulichen Anlegen. Den Ertrag des Bodens zieht man nun vom Reinertrag ab. Damit erhält man den Ertrag der baulichen Anlagen. Die genaue Definition des Liegenschaftszinssatzes findet man in §14 Abs. 3 Satz 1 ImmoWertV. Der Liegenschaftszinssatz ist praktisch der Zinssatz, "mit dem der Verkehrswert eines Grundstücks je nach Grundstücksart im Durchschnitt marktüblich verzinst wird".

Liegenschaftszinssätze erhält man üblicherweise in der Geschäftsstelle des örtlichen Gutachterausschusses. In kleineren Gemeinden gibt es für manche Regionen keine passenden Liegenschaftszinssätze, so dass hier Liegenschaftszinssätze aus vergleichbaren Regionen abgeleitet werden müssen.